Sommerfest 2010

   Bericht: Hattersheimer Stadtanzeiger

Jahreshauptversammlung Januar 2011

Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum...

Hier wächst etwas zusammen

Kleingärtner profitieren vom kulturellen Austausch im Verein

Vor 75 Jahren, in Zeiten des Nationalsozialismus, entstand der Kleingärtnerverein. Heute hat er Mitglieder mit 18 verschiedenen Nationalitäten.

Hattersheim. Peter Grammig vor dem Peter Grammig vor dem "Jubiläumsbeet" des Hattersheim Kleingartenvereins. Foto: Nietner "Das war schon anders damals", meint Peter Grammig, Vorsitzender des Kleingartenvereins. Aus den ehemals sechs Gärtnern, die am 15. April 1936 im Gasthaus "Zur Post" den Verein gründeten, sind mittlerweile über 300 geworden. Auch das Vereinsareal ist gewachsen und wurde mittlerweile zwei Mal erweitert.

Ein weiterer Unterschied zwischen der heutigen Anlage und den Anfängen: "In der armen Zeit waren die Erträge der Gärten eine große Hilfe", sagt Grammig. Kartoffeln, Gemüse, Beeren- und Kernobst wurde in den Parzellen als Nebenerwerb angebaut. Die Kleingärtner bewirtschafteten jeden Quadratmeter. Für größere Anschaffungen, Einfriedungen, Gartenhäuschen oder gar das Verlegen von Wasserleitungen war jedoch kein Geld da. Das sieht heute anders aus. Aufwendig gestaltete Gartenhäuser sind nahezu in jeder Parzelle anzutreffen. Darauf haben die Gärtner Blumenbeete, Rasenflächen, Gemüsebeete, Pergolen, lauschige Sitzplätze an Teichen, an denen sich Fische und Frösche tummeln, angelegt. "Heute nutzen die Vereinsmitglieder ihre Gärten hauptsächlich zur Erholung", sagt Grammig. Manche würden sogar ihre Sommerferien im Kleingarten verbringen. "Teilweise übernachten die Gärtner dann auch hier." Für Grammig ist das kein Problem, sondern sogar gerngesehen. So ist das 14 000 Quadratmeter große Gelände nicht unbeaufsichtigt.

 

Interessante Pflanzen

Gärtner aus 18 verschiedenen Nationalitäten treffen im Verein aufeinander – das hat sich im Laufe der Jahre auch total gewandelt. Grammig ist seit 1981 dabei und hat den Zuwachs an Nationen miterlebt. Nur noch 50 Prozent der Gärten werden von Deutschen gepachtet. Die ersten Nicht-Deutschen, die den Weg in den Verein gefunden hatten, waren Jugoslawen, weiß Grammig. Es folgten Italiener, Türken und in letzter Zeit Marokkaner. Und vor kurzem hat sich eine chinesische Familie auf die Warteliste setzen lassen.

Die Vielfalt an Nationen führt nicht nur zu einem harmonischem Miteinander, sondern auch zu einer interessanten Pflanzenvielfalt. Während in den deutschen Gärten Bohnen und Äpfel, Kartoffeln und Beeren angebaut werden, setzen die nicht-deutschen Gärtner auf andere Feldfrüchte. Grammig schwärmt von den Tomaten, Feigen und Paprika der Italiener und Türken. Im Garten einer marokkanischen Familie hat er jüngst eine Gemüsepflanze entdeckt, die er bisher nicht kannte: Portulak. So tauschen sich die Gärtner untereinander aus und lernen voneinander. Stolz berichtet der Vereinsvorsitzende von seinen zehn verschiedenen Paprikasorten. "Von ganz scharf bis ganz mild ist alles vertreten."

Dass Gärtnern im Trend liegt, beweist die Warteliste. Noch vor ein paar Jahren hatten ein paar Gärten leer gestanden. Jetzt haben 20 Anwärter angefragt und warten: auf das Ende des Gartenjahres und darauf, dass dann irgendjemand sein Stückchen Grund aufgibt. "Gerade junge Leute haben wieder verstärktes Interesse an den Gärten", weiß Grammig. So sei der Altersdurchschnitt der Gärtner deutlich gesunken. Größer geworden ist dagegen der Einzugsbereich der Pächter. Sie kommen von Hattersheim, von Sindlingen, Nied, Flörsheim, Hofheim, sogar aus Eppstein. ehm

 

Artikel vom 16. August 2011 Höchster Kreisblatt

              Bericht: Hattersheimer Stadtanzeiger

       Bericht: Hattersheimer Stadtanzeiger vom 6. Oktober 2011

Bericht der Frankfurter Rundschau vom 27. September 2015